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Brexit und die Folgen für deutsche Limited-Gesellschaften

Posted on Oktober 12, 2018 by - Blog

Die schnelle Gründung und die geringe Gründungseinlage von mindestens ein Pfund machte die Limited für 30.000 deutsche Gründer attraktiv. Wie eine GmbH ist die Limited haftungsbeschränkt, kann jedoch mit viel weniger Kapital gegründet werden. Doch nach dem Brexit sind deutsche Unternehmen mit der Rechtsform Limited gefährdet. Noch ist nicht geklärt was genau mit diesen Unternehmen ab dem 29.03.2019, nach dem Austritt Großbritanniens, passieren wird. Vielleicht wird es ein Abkommen zwischen der EU und Großbritannien geben, aber noch ist das nur eine Vermutung.

Es ist also wichtig nichts dem Zufall zu überlassen und noch vor dem Austritt tätig zu werden. Betroffene Gesellschaften sollten daher in eine deutsche GmbH wechseln, der Übergang ist zwar steuerneutral, kann aber mehrere Monate dauern. Wenn man allerdings auf ein mögliches Abkommen hofft, dies aber nicht zustande kommt, sollten betroffene Unternehmen damit rechnen, ihre Rechtsform nach dem Brexit aberkannt zu bekommen.

Das deutsche Recht besagt nämlich: Wenn ein Unternehmen in seinen Sitz in Deutschland hat, muss es auch eine deutsche Rechtsform haben. Überlagert wurde dies mit der Niederlassungsfreiheit innerhalb der EU – aus dem Großbritannien ab dem 29.03.2019 austreten wird.

Wenn es also nicht zu einem Abkommen oder einer Übergangsreglung kommt, wird die Rechtsform Limited in Deutschland nicht mehr anerkannt werden. Somit ist nach deutschem Recht die juristische Person nicht mehr existent und die natürlichen Personen des Unternehmens können haftbar gemacht werden.

Die englische Rechtsform Limited ist zu vergleichen mit der deutschen Rechtsform GmbH, denn auch eine GmbH ist haftungsbeschränkt. Die den Wechsel der Rechtsform in eine GmbH hat man den Vorteil, dass die Geschäfte nahtlos weitergehen können.

Eine weitere Möglichkeit wäre die UG auch unter „Mini-GmbH“ bekannt. Auch hier benötigt man, vergleichbar mit der Limited, nur einen Euro Stammkapital. Doch hier gibt es einige Nachteile, denn im Gegensatz zur GmbH ist hierbei eine Verschmelzung nicht möglich. Das bedeutet, dass die Limited aufgelöst und eine UG im Anschluss neu gegründet wird. Das große Problem hierbei ist, dass Verträge nicht einfach weitergeführt werden dürfen. Die Vertragspartner müssen einer Weiterführung zustimmen. Die Geschäfte können hier nicht nahtlos weitergehen, wie bei der GmbH, der Geschäftsbetrieb wird unterbrochen, auch steuerrechtliche Änderungen müssen beachtet werden.

Fazit ist also, dass man schnell tätig werden sollte. Ob man sich dann für eine GmbH oder eine UG entscheidet, prüft jedes betroffene Unternehmen für sich.

 

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Wann sollte ein Einzelunternehmen die Rechtsform e.K. eintragen lassen?

Posted on September 12, 2018 by - Blog

Frau Ruhelos macht für ihren Mann das Büro. Ihr Mann ist Gas-Wasser- und Heizungsbaumeister. Sie beschäftigen insgesamt fünf Mitarbeiter. Auch ihr Sohn (Christian) ist bereits im Betrieb als Handwerker beschäftigt. Er befindet sich gerade in der Meisterschule und bringt ständig neue Fragen mit nach Hause.
In der Schule haben Sie heute etwas über den eingetragenen Kaufmann (e.K.) gelernt. Da der Vater im Moment noch eine Einzelfirma betreibt, fragt er den Sohn: „Was ist denn der Unterschied zwischen einer e.K. und einer Einzelfirma? Wann sollten wir die eine Rechtsform und wann die andere nehmen?” Christian erklärt seinem Vater, wie er die Sache sieht.

Zuerst beschäftigen wir uns mit der Rechtsform e.K.. Der größte Unterschied zum Einzelunternehmen liegt darin, dass der Unternehmer, wenn er eine e.K. gründen möchte, sein Unternehmen neben dem Gewerberegister auch im Handelsregister eintragen muss. Es kann aber auch vorkommen, dass sich der Unternehmer aufgrund des gewerblichen Umfanges seiner Geschäfte in das Handelsregister eintragen lassen muss. Das liegt beispielsweise vor, wenn das Unternehmen einen für seine Branche üblichen Jahresumsatz erzielt oder das Unternehmen eine Buchhaltung benötigt. Die Eintragung im Handelsregister bringt aber im Geschäftsleben einen Vorteil. Es wirkt seriöser auf die geschäftlichen Kunden oder Partner, da durch die Eintragung alle rechtserheblichen Tatsachen festgehalten werden. Zu diesen Daten gehören Firma, Inhaber, Stammkapital, Haftung oder abgeschlossene Insolvenzverfahren. Alle Interessenten haben Zugriff auf die Daten eines jeden Handelsregistereintrags und die Möglichkeit, die eingereichten Daten online einzusehen. So hat jedes Unternehmen die Möglichkeit, sich über die allgemeine Geschäftslage dieses Unternehmens zu informieren. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass man den Fantasienamen seiner Firma schützen kann, da jede Firmenbezeichnung nur einmal im Handelsregister gelistet werden darf.

Ein großer Unterschied zwischen einem e.K. und einem Einzelunternehmen liegt darin, dass für die Geschäfte des eingetragenen Kaufmannes, dass Handelsrecht nach dem HGB Anwendung findet. Obwohl der Eingetragene Kaufmann keine juristische Person ist, kann er im Namen seiner Firmen klagen oder verklagt werden. Gehaftet wird dabei mit dem privaten Vermögen. Als Eingetragener Kaufmann ist man buchführungspflichtig und muss einen Jahresabschluss und eine Bilanz nach Handelsrecht erstellen. Dabei sind die Buchführungs- und Bilanzvorschriften zu beachten. Diese Pflicht entfällt, wenn der Jahresumsatz in zwei aufeinanderfolgenden Jahren nicht über 600.000,00 € und der Jahresüberschuss nicht über 60.000,00 € liegt. In diesem Fall reicht es dem Unternehmer die weniger aufwendige Einnahmen-Überschuss-Rechnung durchzuführen.

Nun kommen wir zur Rechtsform der Einzelfirma/Einzelunternehmen, diese Rechtsform wird oft als Einstieg in die Selbständigkeit gewählt. Ein Unternehmer wird als Einzelunternehmen bezeichnet, wenn Sie der Inhaber einer Einzelfirma ist, er gründet als einzelne natürlich haftende Person das Unternehmen. Wie auch die e.K. stellt die/das Einzelfirma/Einzelunternehmen vor Gericht eine natürliche Person da, sie kann vor Gericht anders als die e.K. aber nur mit dem persönlichen Namen klagen oder verklagt werden, man haftet im Schadensfall mit dem vollen Vermögen des Unternehmens und zusätzlich mit dem privaten Vermögen. Die Rechtsform der Einzelfirma wird, anders als die e.K., nur im Gewerberegister und nicht im Handelsregister eingetragen. So wird der wo mögliche Fantasiename, beziehungsweise die Firmenbezeichnung auch nicht geschützt. Der Name könnte also von einem Dritten geklaut werden, sollte dieser eine Firma mit dem geklauten Namen im Handelsregister eintragen lassen.

Ein Vorteil daran, dass sich die Einzelfirma nicht im Handelsregister eintragen muss, liegt darin, dass der Einzelunternehmer am Ende des Geschäftsjahres nur eine Bilanz sowie eine Gewinn- und Verlustrechnung erstellen muss. Da sich das Unternehmen dadurch die aufwendige Buchführung erspart, erspart man sich auch die Personalkosten einer eigenen Buchhaltung oder die Dienstleistungskosten, wenn man diese Aufgabe outsourct. Das Unternehmen ist von der Bilanzierungspflicht befreit, wenn es den steuerlichen Jahresgewinn von 60.000,00 €, beziehungsweise den erlaubten Jahresumsatz von 600.000,00 € nicht übersteigt. In diesem Fall reicht eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung zur Ermittlung des Gewinns aus. Freiberufler und Kleingewerbetreibende, deren jährlicher Gewinn unter 17.500,00 € liegt und deren Umsatz im laufenden Jahr 50.000,00 € voraussichtlich nicht überschreitet, können sogar von der Kleinunternehmerregelung profitieren. In diesem Fall reicht eine einfache Steuererklärung aus.

 

Nun kommen wir zum Ergebnis, wann man einem Unternehmer, welche der beiden Rechtsformen empfehlen sollte. Meiner Meinung nach fährt man als Handwerker, wenn die Geschäfte einen gewissen Umfang nicht übersteigen und nur mit Endverbrauchern gearbeitet wird, mit der Einzelfirma gut. Man hat nicht die Pflicht eine aufwendige Buchhaltung zu führen und nicht so strenge Vorschriften wie man diese zu führen hat. Sobald die Geschäfte einen gewissen Umfang erreicht haben, sollte man die Eintragung im Handelsregister allerdings unbedingt veranlassen, um den guten Namen, den man sich mit der Firma gemacht hat zu schützen und zu vermeiden, dass sich ein Dritter im eigenen Namen bereichert.

Wenn man als Handwerker nun aber das Ziel hat bei den „Großen” mitzumischen, dann ergibt es Sinn sein Unternehmen von Beginn an im Handelsregister eintragen zu lassen. Dies wirkt seriös auf die Kunden, da diese durch die Eintragung alle rechtserheblichen Tatsachen einsehen können und sich einen Überblick über die allgemeine Geschäftslage verschaffen können. Hierbei ist es aber eher empfehlenswert, sich noch einmal genauer mit den Geschäftsformen der GmbH oder UG zu befassen, diese würden im Baugewerbe wohl doch noch mehr Anklang finden und wäre aufgrund der Haftung interessant und zu erwähnen.

Dem Unternehmen von Herrn Ruhelos aus unserem Beispiel würde ich empfehlen, dass er bei der Rechtsform der Einzelfirma bleibt, es ist ein kleines Handwerksunternehmen, welches sehr wahrscheinlich nur mit Endverbrauchern arbeitet. Das Büro wird von Frau Ruhelos geführt, damit ist die Ordnung (je nach Fachwissen) der Buchführung schon einmal gesichert, außerdem kümmert sie sich um die Annahme von Telefonaten wodurch das Unternehmen erreichbar ist. Sollten sie jedoch Vorhaben mit dem Unternehmen zu expandieren, so kann man die Eintragung im Handelsregister immer noch vornehmen, man sollte es aber jetzt nichts überstürzen, um die Mehrarbeit zu vermeiden.

Die richtige Wahl der Rechtsform!

Posted on August 29, 2018 by - Blog

Die Geschichte von Hugo Fröhlich Teil 3

 

Kapital- oder Personengesellschaft ?

Hugo hat jetzt den nötigen Rückhalt und überlegt wie er sein Unternehmen aufbauen möchte.

Der Plan ein Einzelunternehmen zu werden ist zu Beginn und in der Gründungsphase sehr angenehm, da kein hohes Eigenkapital für die Gründung benötigt wird. Auch hat er keine Buchführungs- und Bilanzierungspflicht, wie bei einer Kapitalgesellschaft. Als Einzelunternehmen haftet er mit seinem Privatvermögen und der Gewinn unterliegt der Einkommensteuer. Die Einkommensteuer ist höher als die Körperschaftssteuer, die bei anderen Rechtsformern zu leisten ist. Mit seinem Privatvermögen zu haften findet Hugo unangenehm. Unter anderem besitzt er mit seiner Freundin ein Sparkonto, welches beide jeden Monat füttern. Sollte wirklich die Situation eintreffen, dass Hugo mit seinem Privatvermögen haften muss, wäre dieses Konto nicht geschützt und die Anteile, die seine Freundin gespart hat, wären weg. Auch andere Wertpapiere, das eigene Konto und das Auto sind nicht geschützt. So würde nicht nur Er, sondern auch sein Umfeld die Konsequenzen tragen müssen. Hugo möchte deswegen lieber eine Rechtsform wählen bei der das Privatvermögen und das Vermögen des Unternehmens voneinander getrennt sind. Andere Personengesellschaften wie z. B. der eingetragene Kaufmann (e. K.). kommen für Ihn damit nicht in Frage.

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