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Wenn der Chef überlastet ist!

Posted on Oktober 31, 2018 by - Blog

Wenn der Chef überlastet ist!

Wer gibt schon gerne zu, dass ihm die Arbeit über den Kopf wächst. Aber woran liegt es wirklich. Viele Studien belegen, dass das tatsächliche Arbeitsaufkommen nicht alleine für die Überbelastung verantwortlich ist. Häufige Hindernisse sind Müdigkeit, mangelnde Konzentration und unzureichendes Arbeitsplatzmanagement. Im Klartext, der Einzelkämpfer Ermüdet an der Verzettelung der täglichen Arbeit.Über 50 Prozent aller Unternehmer geben an, über die Zukunft Ihrer Selbstständigkeit nicht mehr nachzudenken, weil sie hierfür schlichtweg keine Zeit haben. Viele nehmen die nicht erledigten Arbeiten mit nach Hause und grübeln nicht selten bis tief in die Nacht über die ungelösten Probleme.

Der Unternehmer selbst hat das Gefühl ständig zu arbeiten. Sprichwörtlich befindet er sich im Hamsterrad seiner Arbeitsmaschinerie und findet nicht den passenden Ausstieg. Natürlich hat das auch Auswirkungen auf die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden. Letztlich könnte die viele Arbeit dazu führen, dass die Produktivität deutlich nachlässt und der Unternehmenserfolg gefährdet wird.

In vielen Gesprächen haben wir erfahren, dass die Unternehmer die persönliche Situation ähnlich einschätzen. Auch wenn einige Einzelkämpfer nach dem Prinzip arbeiten „Stress gehört zum Geschäft“.  Vielmehr begreifen sie ihre Situation auf der mentalen Ebene. Zwischen dieser rationalen Einsicht und dem eigenen Handeln oder Tun befinden sich ganze Bergregionen.

Die Verhaltensroutinen haben sich so weit als Gewohnheiten etabliert, dass das Arbeitsprogramm bereits vor dem eigentlichen Arbeitsbeginn anläuft.Arbeitet nun der Unternehmer ohne einen Tagesplan zunächst die wichtigen Aufgaben ab, verzettelt er sich zunehmend in Kleinigkeiten, bis er den Faden für den Arbeitstag gänzlich verliert. Hier kommen die Störungen von außen ins Spiel. Es ist schon erschreckend, wie sich das arbeitende Volk durch eingehende Anrufe und die Flut an neuen E-Mails lenken lassen.

 Häufig wird das Arbeitsplatzmanagement durch externe Einflüsse gänzlich bestimmt. Das kann in bestimmten Bereiche Sinnvoll und auch notwendig sein. Wenn allerdings die Konzentration unter den ständig wechselnden Aufgaben leidet, wird keine Aufgabe vollständig gelöst. Unzufriedenheit macht sich breit und die Fokussierung geht verloren.

 

Unsere Empfehlungen

 Haben Sie sich einmal gefragt, warum so viele Empfehlungen, Tipps und Ratschläge nicht angenommen und umgesetzt werden?

In vielen Fällen ist sogar die Einsicht vorhanden, etwas ändern „zu müssen“. Schwierig wird es, wenn wir uns überfordern, mit dem, was wir ab jetzt tun möchten. So schön die großen Ziele auch sind. Wenn diese Ziele so gesteckt sind, dass erst ein Marathon Lauf zu absolvieren ist, werden Ratschläge eher Totschläge sein.

Beginnen Sie mit Kleinigkeiten, die Sie in Ihre tägliche Routine gut einbauen können. Erweitern Sie nach einigen Monaten diese Faktoren um weitere Aspekte. So könnten Sie zum Beispiel am Ende eines Tages aufschreiben, was Sie am nächsten Tag auf jeden Fall (Priorität 1) erledigen möchten. Denken Sie dann bitte an berufliche und private Aufgaben. Haken Sie abends ab, was Sie erledigt haben.

Und was ist, wenn Sie die Aufgaben nicht erledigen konnten? Zunächst sollten Sie die Flinte nicht ins Korn werfen. Rückschläge wird es immer geben. Dafür ist es ein Plan! Dennoch können Sie kurz für sich einmal reflektieren, welche Aufgaben Ihnen an diesen Tag offensichtlich wichtiger waren. Womit haben Sie Ihre Zeit verbracht? Eine Zeitinventur, die sich immer lohnt.

 

Wann sollte ein Einzelunternehmen die Rechtsform e.K. eintragen lassen?

Posted on September 12, 2018 by - Blog

Frau Ruhelos macht für ihren Mann das Büro. Ihr Mann ist Gas-Wasser- und Heizungsbaumeister. Sie beschäftigen insgesamt fünf Mitarbeiter. Auch ihr Sohn (Christian) ist bereits im Betrieb als Handwerker beschäftigt. Er befindet sich gerade in der Meisterschule und bringt ständig neue Fragen mit nach Hause.
In der Schule haben Sie heute etwas über den eingetragenen Kaufmann (e.K.) gelernt. Da der Vater im Moment noch eine Einzelfirma betreibt, fragt er den Sohn: „Was ist denn der Unterschied zwischen einer e.K. und einer Einzelfirma? Wann sollten wir die eine Rechtsform und wann die andere nehmen?” Christian erklärt seinem Vater, wie er die Sache sieht.

Zuerst beschäftigen wir uns mit der Rechtsform e.K.. Der größte Unterschied zum Einzelunternehmen liegt darin, dass der Unternehmer, wenn er eine e.K. gründen möchte, sein Unternehmen neben dem Gewerberegister auch im Handelsregister eintragen muss. Es kann aber auch vorkommen, dass sich der Unternehmer aufgrund des gewerblichen Umfanges seiner Geschäfte in das Handelsregister eintragen lassen muss. Das liegt beispielsweise vor, wenn das Unternehmen einen für seine Branche üblichen Jahresumsatz erzielt oder das Unternehmen eine Buchhaltung benötigt. Die Eintragung im Handelsregister bringt aber im Geschäftsleben einen Vorteil. Es wirkt seriöser auf die geschäftlichen Kunden oder Partner, da durch die Eintragung alle rechtserheblichen Tatsachen festgehalten werden. Zu diesen Daten gehören Firma, Inhaber, Stammkapital, Haftung oder abgeschlossene Insolvenzverfahren. Alle Interessenten haben Zugriff auf die Daten eines jeden Handelsregistereintrags und die Möglichkeit, die eingereichten Daten online einzusehen. So hat jedes Unternehmen die Möglichkeit, sich über die allgemeine Geschäftslage dieses Unternehmens zu informieren. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass man den Fantasienamen seiner Firma schützen kann, da jede Firmenbezeichnung nur einmal im Handelsregister gelistet werden darf.

Ein großer Unterschied zwischen einem e.K. und einem Einzelunternehmen liegt darin, dass für die Geschäfte des eingetragenen Kaufmannes, dass Handelsrecht nach dem HGB Anwendung findet. Obwohl der Eingetragene Kaufmann keine juristische Person ist, kann er im Namen seiner Firmen klagen oder verklagt werden. Gehaftet wird dabei mit dem privaten Vermögen. Als Eingetragener Kaufmann ist man buchführungspflichtig und muss einen Jahresabschluss und eine Bilanz nach Handelsrecht erstellen. Dabei sind die Buchführungs- und Bilanzvorschriften zu beachten. Diese Pflicht entfällt, wenn der Jahresumsatz in zwei aufeinanderfolgenden Jahren nicht über 600.000,00 € und der Jahresüberschuss nicht über 60.000,00 € liegt. In diesem Fall reicht es dem Unternehmer die weniger aufwendige Einnahmen-Überschuss-Rechnung durchzuführen.

Nun kommen wir zur Rechtsform der Einzelfirma/Einzelunternehmen, diese Rechtsform wird oft als Einstieg in die Selbständigkeit gewählt. Ein Unternehmer wird als Einzelunternehmen bezeichnet, wenn Sie der Inhaber einer Einzelfirma ist, er gründet als einzelne natürlich haftende Person das Unternehmen. Wie auch die e.K. stellt die/das Einzelfirma/Einzelunternehmen vor Gericht eine natürliche Person da, sie kann vor Gericht anders als die e.K. aber nur mit dem persönlichen Namen klagen oder verklagt werden, man haftet im Schadensfall mit dem vollen Vermögen des Unternehmens und zusätzlich mit dem privaten Vermögen. Die Rechtsform der Einzelfirma wird, anders als die e.K., nur im Gewerberegister und nicht im Handelsregister eingetragen. So wird der wo mögliche Fantasiename, beziehungsweise die Firmenbezeichnung auch nicht geschützt. Der Name könnte also von einem Dritten geklaut werden, sollte dieser eine Firma mit dem geklauten Namen im Handelsregister eintragen lassen.

Ein Vorteil daran, dass sich die Einzelfirma nicht im Handelsregister eintragen muss, liegt darin, dass der Einzelunternehmer am Ende des Geschäftsjahres nur eine Bilanz sowie eine Gewinn- und Verlustrechnung erstellen muss. Da sich das Unternehmen dadurch die aufwendige Buchführung erspart, erspart man sich auch die Personalkosten einer eigenen Buchhaltung oder die Dienstleistungskosten, wenn man diese Aufgabe outsourct. Das Unternehmen ist von der Bilanzierungspflicht befreit, wenn es den steuerlichen Jahresgewinn von 60.000,00 €, beziehungsweise den erlaubten Jahresumsatz von 600.000,00 € nicht übersteigt. In diesem Fall reicht eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung zur Ermittlung des Gewinns aus. Freiberufler und Kleingewerbetreibende, deren jährlicher Gewinn unter 17.500,00 € liegt und deren Umsatz im laufenden Jahr 50.000,00 € voraussichtlich nicht überschreitet, können sogar von der Kleinunternehmerregelung profitieren. In diesem Fall reicht eine einfache Steuererklärung aus.

 

Nun kommen wir zum Ergebnis, wann man einem Unternehmer, welche der beiden Rechtsformen empfehlen sollte. Meiner Meinung nach fährt man als Handwerker, wenn die Geschäfte einen gewissen Umfang nicht übersteigen und nur mit Endverbrauchern gearbeitet wird, mit der Einzelfirma gut. Man hat nicht die Pflicht eine aufwendige Buchhaltung zu führen und nicht so strenge Vorschriften wie man diese zu führen hat. Sobald die Geschäfte einen gewissen Umfang erreicht haben, sollte man die Eintragung im Handelsregister allerdings unbedingt veranlassen, um den guten Namen, den man sich mit der Firma gemacht hat zu schützen und zu vermeiden, dass sich ein Dritter im eigenen Namen bereichert.

Wenn man als Handwerker nun aber das Ziel hat bei den „Großen” mitzumischen, dann ergibt es Sinn sein Unternehmen von Beginn an im Handelsregister eintragen zu lassen. Dies wirkt seriös auf die Kunden, da diese durch die Eintragung alle rechtserheblichen Tatsachen einsehen können und sich einen Überblick über die allgemeine Geschäftslage verschaffen können. Hierbei ist es aber eher empfehlenswert, sich noch einmal genauer mit den Geschäftsformen der GmbH oder UG zu befassen, diese würden im Baugewerbe wohl doch noch mehr Anklang finden und wäre aufgrund der Haftung interessant und zu erwähnen.

Dem Unternehmen von Herrn Ruhelos aus unserem Beispiel würde ich empfehlen, dass er bei der Rechtsform der Einzelfirma bleibt, es ist ein kleines Handwerksunternehmen, welches sehr wahrscheinlich nur mit Endverbrauchern arbeitet. Das Büro wird von Frau Ruhelos geführt, damit ist die Ordnung (je nach Fachwissen) der Buchführung schon einmal gesichert, außerdem kümmert sie sich um die Annahme von Telefonaten wodurch das Unternehmen erreichbar ist. Sollten sie jedoch Vorhaben mit dem Unternehmen zu expandieren, so kann man die Eintragung im Handelsregister immer noch vornehmen, man sollte es aber jetzt nichts überstürzen, um die Mehrarbeit zu vermeiden.