Schuldner wird zu Freiheitsstrafe verurteilt

 
Einer unserer Schuldner hat immer wechselnde Einnahmequellen im Gastrobereich. Mal betätigt er sich als reisende Wurstbraterei, mal mit einem Fastfoodrestaurant in einer Fußgängerzone.
Für unseren Kunden haben wir im Laufe des Falles eine Vermögensauskunft beantragt. Und wie so häufig war das Ergebnis: Kein pfändbares Einkommen! Allerdings stellten wir beim genauen Nachlesen fest, dass die Angaben in der Vermögensauskunft nicht mit unseren Recherchen übereinstimmten. Der Schuldner erwähnte zum Beispiel kein Gewerbe und auch den Besitz eines mobilen Grills hat er verschwiegen.

Eine weitere Internetrecherche zeigte: auch auf eBay war der Schuldner sehr präsent. Wir zeigten Interesse an einem mobilen Grill und erhielten prompt ein schriftliches Angebot. Parallel ergab eine Gewerbeamtsauskunft, dass er schon zum Zeitpunkt der Abgabe der eidesstattlichen Versicherung ein Restaurant hatte.
Zügig beauftragten wir den zuständigen Gerichtsvollzieher in Dortmund mit der Pfändung des mobilen Grills. Leider ohne Erfolg, denn das Gerät war nicht zu finden. Auch das Gewerbe wurde zwischenzeitlich abgemeldet und bot uns keinen Ansatzpunkt.
Dafür stellte unser Mandant auf unserem Empfehlung hin eine Strafanzeige wegen Eingehungsbetruges. Der Schuldner wurde auf Grund von Vorgeschichten ähnlicher Art von der Staatsanwaltschaft angeklagt und zu einer Freiheitsstrafe verurteilt.

Damit hat unser Mandant vielleicht eine Genugtuung, aber kein Geld. Leider bleiben in diesen Fällen viele Gläubiger auf ihren Kosten sitzen. Verständlich, dass die gutgläubigen Lieferanten sehr verärgert sind.

Mittlerweile hat der Mandant herausgefunden, dass der Schuldner bei einer Zeitarbeitsfirma arbeitet. Wir haben umgehend die Lohnpfändung beantragt. Diese konnte aber nicht erfolgreich durchgeführt werden, da das Gehalt zu gering ist. Begründung: Der Schuldner nimmt zu viele unbezahlte Urlaubstage.

Fazit

Unser Mandant aus Köln hat fast 7.000,00 € in diesem Inkassofall verloren. Das ist eine ernüchternde Tatsache. Aber sollte er den Schuldner weitermachen lassen und die Sache nicht weiter verfolgen? Am besten noch ausbuchen? Hier wurde die Gutgläubigkeit des Lieferanten schamlos ausgenutzt. Unser Kunde hat aus diesem schmerzlichen Verlust gelernt, das ist sicher.
Der Schuldner jedoch kann sicher sein, dass wir ihn auf seiner Route durch Deutschland immer begleiten werden. Auch wir können hartnäckig sein.