Junge Erwachsene und die Schulden

Der Zahlungsmoral-Trend des BDIU, Dezember 2017

Die gute Nachricht vorweg: laut dem Zahlungsmoral-Trend des BDIU melden 81% der Inkassounternehmen, dass Verbraucher ihre Rechnungen mindesten genauso gut bezahlen wie zu Beginn des letzten Jahres.
Leider gibt es auch Schattenseiten: junge Verbraucher zwischen 18 und 24 gehören zu den schlechteren Zahlern. Sie sind nachlässiger, wenn es um das Begleichen von Rechnungen geht.

Doch warum rutschen junge Menschen in die Miesen?

Als Hauptgrund, warum junge Verbraucher Schulden machen, nennen 81% der Inkassounternehmen zu hohe Konsumausgaben. Dies wird gefolgt von zu wenig Eigenverantwortung (68%) und einem schlechten Vorbild durch das Elternhaus (67%). Doch auch zu wenige Kenntnisse über vertragliche Verpflichtungen und eine unzureichende Thematisierung dieser Themen in der Schule sind Gründe für eine frühe Verschuldung. Marion Kremer, Vizepräsidentin des Bundesverbands Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU) äußert in diesem Zusammenhang: „Mündige Verbraucher benötigen ein umfassendes finanzielles Basiswissen, um verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen und sich vor Überschuldung zu schützen. Die Schulen und die beruflichen Ausbildungseinrichtungen sollten ihnen dazu eine Grundausstattung an praktischem Finanzwissen liefern.“ Denn gerade junge Verbraucher neigen dazu, „sich für die Erfüllung kurzfristiger Konsumwünsche zu verschulden. Sei es, weil die Augen größer sind als der Geldbeutel oder weil man im Freundes- oder Bekanntenkreis vermeintlich ‚mithalten‘ will“, so Kramer.

Wer sind die Gläubiger junger Schuldner?

Hier sind vor allem Onlinehändler zu nennen. Aber auch Telekommunikationsunternehmen und Fitnessstudios spielen eine große Rolle bei der Überschuldung junger Verbraucher. Im Gegensatz dazu haben Erwachsene Schuldner eher Verbindlichkeiten gegenüber Banken und Kreditinstituten, Energieversorgern und Telekommunikationsunternehmen. Hier zeigt sich also eine deutliche Unterscheidung zwischen den Altersgruppen. Diese spiegelt zudem eindeutig die unterschiedliche Gewichtung von Bedürfnissen und Prioritäten wieder.