Aus der Praxis: Richtig online bestellen – Betrüger erkennen

 
Unser Kunde hat Waren in einem Onlineshop bestellt. Nichts Besonderes möchte man meinen. Doch leider Gottes erhielt unser Kunde seine Ware nicht. Er forderte daher über uns entweder sein Geld oder die baldige Auslieferung der Ware ein. Nach einiger Wartezeit wurde dann schriftlich durch die Versicherung mitgeteilt, das Geld würde bald eingehen. Dann wurde jedoch die Website deaktiviert. Unsere Recherchen ergaben, dass bereits zum Zeitpunkt der Bestellung deutliche Hinweise auf eine betrügerische Absicht des Shops hindeuteten. Einen Monat nach der Bestellung bekamen wir dann die Nachricht aus dem Handelsregister: Firma unbekannt abgemeldet.

Wie geht es nun weiter?

In dieser Situation kann man nun vorgerichtlich leider nichts mehr unternehmen. Die Firmen verschwinden von der Bildfläche und sind zumeist weder telefonisch, noch per Post zu erreichen. Damit hat sich allerdings auch das gerichtliche Mahnverfahren erübrigt. Immerhin muss der Mahnbescheid dem Schuldner zugestellt werden, um Rechtskraft zu erhalten. Dem Inkassounternehmen sind in solch einer Situation die Hände gebunden. Die Akte wird geschlossen.

Wie kann ich einer solchen Situation vorbeugen?

Um ein solches Szenario bereits im Vorhinein zu vermeiden, könnte man sich einen Wegweiser zur „sicheren“ Onlinebestellung vorstellen: zahlen Sie Vorkasse nur per Lastschrift, PayPal usw. Prüfen Sie das Impressum, geben Sie den Firmennamen und den des Geschäftsführers zusammen mit dem Begriff „Betrug“ in eine Suchmaschine ein. Zudem gib es interessante Websites wie zum Beispiel www.onlinewarnungen.de, die einem zusätzlich weitere Informationen zum Zahl- beziehungsweise Lieferverhalten geben können. Außerdem wird man hier über die weiteren möglichen Schritte informiert.
In unserer konkreten Sache wurde der Mandantin Strafanzeige empfohlen. Gott sei Dank ist Sie rechtsschutzversichert und kann daher unbedenklich einen Zivilprozess führen. Wer jedoch nicht durch eine solche Versicherung geschützt ist und das Risiko einer Klage fürchtet, dem bleibt in einer solchen Situation nur auf seine Forderung zu verzichten. Und das will doch eigentlich niemand, oder?